Alle Artikel mit dem Schlagwort: Menschenbild

Der Mensch, das ewig strebende Tier

Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Zeitalter der Wissensarbeit, insbesondere in agilen Organisationen mit ihrem hohen Grad an Selbstorganisation und Eigenverantwortung, hängt maßgeblich vom zugrundeliegenden Menschenbild ab. Douglas McGregor forderte bereits 1963 in seinem Buch „The Human Side of Enterprise“, dass wir Menschen nicht länger als faul und arbeitsscheu (Theorie X), sondern als intrinsisch motiviert und leistungsbereit (Theorie Y) betrachten sollten. McGregor stützt sich dabei auf die Vorarbeiten von Abraham Maslow, die in Form der nach ihm benannten Bedürfnispyramide aus der Managementliteratur mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind. Diese Darstellung als Pyramide ist aber eine irreführende Interpretation, die gar nicht von Maslow selbst stammt.

Agilität beginnt beim Menschenbild

Agilität steht und fällt mit dem in der Organisation vorherrschenden Menschenbild. Wo Menschen grundsätzlich misstraut wird und wo folglich die Auffassung vorherrscht, dass Menschen zur Leistung motiviert werden müssen, gedeiht keine Agilität, sondern nur Angst, Cargo-Kult und Etikettenschwindel. Das Problem sind nicht die Menschen, sondern demotivierende und entmenschlichende Strukturen und Prozesse.

Hand und Hirn

A mathematician is a device for turning coffee into theorems. Paul Erdős (zugeschrieben) So überspitzt formuliert erkennt jeder die Groteske: Ausgerechnet einen Mathematiker, der kreative Wissensarbeit in Reinkultur verrichtet, auf eine Maschine zu reduzieren ist offensichtlich absurd. Aber passiert nicht das Gleiche tagtäglich millionenfach? Wir messen die Auslastung von Mitarbeitern, verplanen Kapazitäten und nennen es dann Human Resource Management. Mitten im post-industriellen Zeitalter der Wissensarbeit hinkt das zugrundeliegende Menschenbild noch immer um Jahrzehnte hinterher. Why is it every time I ask for a pair of hands, they come with a brain attached? Henry Ford