Alle Artikel mit dem Schlagwort: Sinn

Führung jenseits der Mauern

Welche Verantwortung tragen Organisationen für die Gesellschaft? Reicht es, wenn sie ihren jeweiligen Zweck möglichst gut erfüllen oder tragen sie auch darüberhinaus Verantwortung? Wer kümmert sich um das Ganze, wenn sich jeder nur um seins kümmert? Angesichts der drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, allen voran der drohenden Klimakatastrophe, gehen diese Fragen uns alle mehr denn je an. Sie sind aber keineswegs neu, sondern wurden bereits von Peter Drucker ausführlich und eindeutig beantwortet: Führung endet nicht an den Mauern der Organisation, sondern übernimmt Verantwortung darüberhinaus für die Gemeinschaft.

Führen mit Sinn und Vertrauen

Die ureigenste Aufgabe von Führung ist es, Orientierung zu bieten. Genau deshalb ist Führung gerade in agilen Organisationen wichtig. Agilität braucht Orientierung damit sie effektiv gelingen kann. Ohne diese Orientierung wird Agilität beliebig. Es fehlt die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel. Stellt sich die Frage, wie Führung heute Orientierung geben soll. Einerseits durch Vorgaben und konkrete Anweisungen steuernd und die Ergebnisse kontrollierend oder andererseits durch Vision und Sinn die Richtung grob weisend und auf bestmögliche Beiträge der geführten Teams vertrauend. „Sinn und Vertrauen mehr als Anweisung und Kontrolle“ heißt deshalb die dritte These des Manifests für menschliche Führung (das bei der Gelegenheit auch gleich unterschrieben werden darf), die in diesem dritten Teil der Erläuterungen ein wenig genauer betrachtet wird.

Mitarbeiter: Partner, Produktionsmittel oder nur Produkt?

Die Rolle des Menschen im Unternehmen des 21. Jahrhunderts ist sehr vielfältig. Einerseits sehen wir schon demokratisch selbstorganisierte Unternehmen, in denen jeder Mitarbeiter das Unternehmen, die Ziele und Prozesse gestalten darf, kann und muss. Andererseits gibt es noch genügend Unternehmen, in denen der einfache Mitarbeiter mehr als Produktionsmittel oder Ressource gesehen und seine Auslastung entsprechend optimiert wird. Ein Spezialfall davon sind Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen, die Mitarbeiter gegen Bezahlung verleihen und sie damit letztlich sogar zum Produkt machen. Egal ob Produktionsmittel oder Produkt, diese Sichtweise degradiert den Menschen zum reinen Mittel des unternehmerischen Handelns, wo er vielmehr auch der Zweck des Wirtschaftens sein sollte.

Faule Mitarbeiter?

Immer wieder höre ich diese Klage über scheinbar faule Mitarbeiter. Man bezahlt einen Mitarbeiter für eine bestimmte Menge an Arbeitszeit, hat aber das Gefühl, dafür nicht genügend Gegenleistung zu bekommen. Während andere noch brav am Schreibtisch sitzen, verlässt dieser Mitarbeiter schon das Büro. Das geht doch nicht. Oder doch?

Der Mensch ist immer Zweck und niemals nur Mittel

Ein entscheidender Gedankengang in der sehr lesenswerten Biografie von Götz W. Werner (Amazon Affiliate-Link) ist die Frage, ob der Mensch der Zweck des Unternehmens sei oder nur ein Mittel. Der dm-Gründer hat die Frage für sich recht früh und recht eindeutig beantwortet: »Ohne Menschen keine Wirtschaft. Folglich ist der Mensch immer Zweck und die Wirtschaft nur Mittel – und nicht umgekehrt.« Der Erfolg gibt ihm bisher uneingeschränkt recht. Was bedeutet das aber für Unternehmen der Dienstleistungsbranche?