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Führen heißt, Fragen stellen statt Antworten geben

Führung heißt, andere erfolgreich machen. So lautet die Führungsphilosophie von Sundar Pichai, dem CEO von Google. Der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz W. Werner, wird noch konkreter und stellt fest: „Führung ist heute nur noch legitim, wenn sie die Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen zum Ziel hat.“ Führung ist also eine gleichwertige Funktion innerhalb und für eine Gruppe von Menschen und immer eine Begegnung zwischen Erwachsenen auf Augenhöhe. Im Gegensatz zum tayloristischen Management, dessen Geist immer noch viel zu sehr durch unsere hierarchischen Organisationen weht, heißt Führen daher in erster Linie (die richtigen) Fragen zu stellen anstatt (die richtigen) Antworten zu geben.

Wir statt die!

Unsere Arbeitskultur ist in vielen Fällen auf Vereinzelung und Konkurrenz ausgerichtet. Das beginnt bereits in der Grundschule (oder mittlerweile schon vorher) und zieht sich in der Regel durch das gesamte Arbeitsleben. Teamarbeit, Projekte und hehre Unternehmenswerte wie Vertrauen und Wertschätzung helfen da nur bedingt, wenn am Ende des Jahres im Wesentlichen die individuelle Leistung zählt und diese im Stile eines Nullsummenspiels vielleicht sogar in Konkurrenz zur Leistung der anderen steht. In einem solchen Umfeld kann Agilität nicht gedeihen. Das Paradigma agiler Zusammenarbeit lautet eindeutig Kooperation: im Team, zwischen Team und Kunden und zwischen Teams. David Marquet hatte dafür eine genauso einfache wie effektive Regel auf seinem Atom-U-Boot USS Santa Fe: „There is no ‚they‘ on Santa Fe!“. Wir statt die!

Auf die Worte achten

In der Art, wie wir mit und über Menschen reden, kommt immer auch unsere Haltung und unser Weltbild zum Ausdruck. Satzkonstruktionen und Redewendungen sind so auch immer ein Spiegel der Kultur im Unternehmen und im Projekt. Und umgekehrt lässt sich über die Sprache die Kultur verändern. Oder notwendige Veränderung behindern.