Alle Artikel mit dem Schlagwort: Unternehmensführung

Wissensarbeit in den Strukturen des Industriezeitalters

Nicht immer hat man in großen hierarchisch organisierten Unternehmen das Gefühl, dass alle am gleichen Strang ziehen und ein gemeinsames Unternehmensziel verfolgen. Vielmehr verpufft ein nicht zu vernachlässigender Teil der eingesetzten Energie der Mitarbeiter ohne einen Beitrag zur Wertschöpfung durch politische Kämpfe der einzelnen Silos um Macht und Einfluss. Gegen einen fruchtbaren Dissens unter Spezialisten im Ringen für die gemeinsame Sache ist nichts einzuwenden, wohl aber gegen diese unfruchtbare Konkurrenz im täglichen Grabenkampf.

Projektarbeit systematisch verbessern

Organisationen die regelmäßig und zahlreich Projekte durchführen müssen sich mit der Frage beschäftigen, wie die Projektarbeit in allen ihren Facetten kontinuierlich verbessert werden kann. Dazu braucht es eine Stelle im Unternehmen, die für das Thema Projektmanagement verantwortlich ist. Weniger im Sinne von Vorgaben und Kontrolle, worauf diese Funktion in vielen Unternehmen leider reduziert wird, sondern mit dem klaren Auftrag, Projekte zu unterstützen, Menschen in ihren Projektrollen zu befähigen, Defizite und Chancen zu erkennen und schließlich die Projektarbeit zu verbessern und zukunftsfähig zu gestalten.

(K)ein richtiges Leben im falschen?

Viel wird geschrieben – auch hier – über neue Arbeit als Überbegriff für postindustrielle Gestaltung der Zusammenarbeit von Menschen im Unternehmen oder im Projekt als temporäreres Unternehmen sozusagen. Es ist die Rede von Selbstorganisation, demokratischen Entscheidungsprozessen, Sinnstiftung und vielen weiteren wohlklingenden Begriffen. Natürlich gibt es sie tatsächlich die leuchtenden Beispiele moderner Unternehmensführung, die all das und noch viel mehr anstreben und verwirklichen. Dennoch sieht die Arbeitsrealität für die allermeisten Menschen noch immer deutlich glanzloser aus. Unweigerlich stellt man sich als aufgeklärter Arbeiter jeden Tag an der Stechuhr die Frage, wieviel dieser Ideen im eigenen Arbeitsleben umsetzbar sind und ob es überhaupt ein richtiges Leben im falschen geben kann.

Mitarbeiter: Partner, Produktionsmittel oder nur Produkt?

Die Rolle des Menschen im Unternehmen des 21. Jahrhunderts ist sehr vielfältig. Einerseits sehen wir schon demokratisch selbstorganisierte Unternehmen, in denen jeder Mitarbeiter das Unternehmen, die Ziele und Prozesse gestalten darf, kann und muss. Andererseits gibt es noch genügend Unternehmen, in denen der einfache Mitarbeiter mehr als Produktionsmittel oder Ressource gesehen und seine Auslastung entsprechend optimiert wird. Ein Spezialfall davon sind Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen, die Mitarbeiter gegen Bezahlung verleihen und sie damit letztlich sogar zum Produkt machen. Egal ob Produktionsmittel oder Produkt, diese Sichtweise degradiert den Menschen zum reinen Mittel des unternehmerischen Handelns, wo er vielmehr auch der Zweck des Wirtschaftens sein sollte.

Mehr Transparenz wagen

Mitarbeiter, ganz besonders aber Wissensarbeiter, werden gerne zum unternehmerischen Denken und Handeln angehalten. Einerseits. Wenn es aber andererseits darum geht, diesen Mitarbeitern auch Zugang zu allen dafür nötigen Informationen zu gewähren, war diese Forderung dann doch nicht ganz so ernst gemeint. Management in bester tayloristischer Tradition definiert und manifestiert sich in vielen Fällen leider immer noch über einen Informationsvorsprung gegenüber dem „normalen“ Mitarbeiter. Wer Informationen hat, kann auch entscheiden oder Entscheidungen nachvollziehen. Diese Macht gibt man nicht leichtfertig aus der Hand, wenn man sein Führungsverständnis alleine darauf gegründet hat. Die Forderung, dass Wissensarbeiter unternehmerisch denken sollen, ist prinzipiell richtig und wichtig, aber sie muss auch mit aller Konsequenz umgesetzt werden. Und Transparenz hinsichtlich der Entscheidungsgrundlagen ist eine ganz wesentliche Konsequenz daraus.