Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wissensarbeit

Humanpotential statt Humanressource

Wer Organisationen als Maschinen betrachtet und Menschen wie Rädchen darin behandelt, darf sich über Dienst nach Vorschrift nicht beklagen. Mehr als möglichst fehlerfreies Funktionieren ist unter diesen Umständen gar nicht zu erwarten. Wo Menschen als Ressourcen und Mittel eingesetzt werden, verhalten sie sich auch so. Ihre individuellen Potentiale entfalten die Menschen dann in ihrer Freizeit – oder bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Führung kann hier einen für alle Seiten entscheidenden Unterschied machen. Darum lautet die erste These des Manifests für menschliche Führung: „Entfaltung menschlichen Potentials mehr als Einsatz menschlicher Ressourcen.“

Führung heißt, andere erfolgreich machen

Führungsphilosophien gibt es mehr als genug, auch hier im Blog. Manche sind klar und verständlich, andere eher eine lose Aneinanderreihung von gängigen Schlagworten. Da Führung mit Menschen zu tun hat, geben Führungsphilosophien immer auch Aufschluss über das jeweilige Menschenbild. Sundar Pichai, der CEO von Google, hat für sich und Google eine sehr prägnante und positive Philosophie gefunden, die auf dem Weg zu Neuer Arbeit viele inspirieren sollte: Führung heißt, andere erfolgreich machen.

Von tayloristischer Unmündigkeit zu agiler Selbstorganisation

In der überwiegend tayloristisch geprägten Arbeitswelt wird immer noch recht strikt getrennt zwischen Denken und Handeln. Das Management definiert Ziele, Organisation und Prozesse und die einfachen Mitarbeiter arbeiten innerhalb dieser für sie geschaffenen Strukturen. Umorganisation und Prozessveränderungen sind nach diesem Paradigma ureigenste Managementaufgabe. Im Gegensatz zu anderen Organisationsveränderungen kann eine agile Transformation so aber prinzipiell nicht gelingen. Genau diese tayloristische Trennung zwischen Denken und Handeln löst sich nämlich in einer agilen Organisation auf zugunsten des neuen Paradigmas der Selbstorganisation und geteilter Verantwortung für Produkt und Prozess.

Denkt schneller!

Menschen unter Druck zu setzen ist eine weit verbreitete und akzeptierte Praxis in vielen Organisationen. Insbesondere wenn die Zeit drängt. Also eigentlich immer. In diesem selbstverständlichen Gebrauch von Druck zeigt sich deutlich das Menschenbild der Theorie X, der zufolge Menschen prinzipiell faul sind und erst zur Arbeit gezwungen werden müssen. Anreize, Motivation oder gar Druck bleiben im Kontext von Wissensarbeit nicht nur wirkungslos, sie führen sogar nachweislich zu schlechteren Ergebnissen. Oder mit den Worten von Tim Lister: „People under time pressure don’t think faster“.

Führen heißt dienen

Die Frage nach der richtigen Führung ist keineswegs so neu, wie ihre momentane Aktualität im Zuge des Wandels zur Wissensarbeit und der Diskussion um Neue Arbeit sie erscheinen lässt. Erstaunlich zeitlos ist auch die Antwort auf diese Frage: Führen heißt dienen.