Alle Artikel mit dem Schlagwort: Zielvereinbarung

Wider die Angstkultur

Der römischen Kaiser Caligula wurde mit seinem Motto oderint, dum metuant (zu dt.: Sollen sie mich doch hassen, solange sie mich fürchten) zum Inbegriff des autokratischen Gewaltherrschers. Von dieser radikalen Sorte gibt es heute glücklicherweise nicht mehr so viele in Politik (obwohl nationalistische und rechtsradikale Tendenzen nichts Gutes verheißen) und Wirtschaft. Dennoch ist Angst in mehr oder weniger subtiler Form das unausgesprochene Leitmotiv in den hierarchischen Strukturen vieler Organisationen mit der absolutistischen Machtfülle ihrer Protagonisten. Und das wider besseren Wissens um die Schädlichkeit dieser Angst für Kreativität und Produktivität.

Führen mit Zielen – Ohne Zuckerbrot und Peitsche

Der Jahreswechsel ist traditionell die Zeit des Rückblicks, des Innehaltens und der Vorausschau auf das neue Jahr. Auf persönlicher Ebene führt das dann in guten Vorsätzen und in den allermeisten Unternehmen bedeutet das Zielvereinbarungen. Beides kann funktionieren, tut es in der Praxis aber nicht oder nur suboptimal. Es gibt wohl nur wenig Managementkonzepte, die ähnlich verbreitet sind wie das 1954 von Peter F. Drucker beschriebene Führen mit Zielen. Gleichzeitig ist dieses Konzept vermutlich auch das am meisten missverstandene und missbrauchte in der Geschichte des Managements. Es hatte nämlich einen Grund warum Peter F. Drucker es Führen mit Zielen und Selbststeuerung (engl. Originaltitel: „Management by Objectives and Self-Control“) nannte.

Zielvereinbarungen: Ein Spiel mit dem Feuer

Die regelmäßigen Leser wissen, dass ich kein großer Freund von Motivation mittels monetärer Anreize bin. Ich halte Menschen für prinzipiell leistungsbereit und motiviert, falls sie ihren Beitrag und das Gesamtvorhaben für sinnvoll halten. Zur Klärung der Frage, wie die individuelle Motivation des Mitarbeiters sinnvoll in den größeren Kontext des Projekts oder des Unternehmens passt und was daraus abgeleitet die Aufgaben des Mitarbeiters sein sollten, sind Zielvereinbarungen tatsächlich ein gutes Führungsinstrument. Wie jedes Werkzeug können und werden Zielvereinbarungen aber oft missbraucht durch daran gekoppelte Anreizsysteme, um dem Mitarbeiter Sinn von außen aufzuzwingen. Ein Spiel mit dem Feuer.