Der Sündenfall

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Seit 6. Juni 2013 gibt es Ärger im Paradies. An diesem Tag begannen die britische Zeitungen Guardian und die Washington Post mit der Veröffentlichung der Dokumente des Amerikaners Edward Snowden. Die Spitze eines riesigen Eisbergs, wie wir in der Folge feststellen konnten und beinahe wöchentlich feststellen müssen. Die Empörung wächst mit jeder Enthüllung. Einerseits. Für zu viele Menschen ist die Bedrohung andererseits noch zu wenig greifbar. Allen voran unsere Bundesregierung, die seither irgendwo zwischen Lethargie, Fatalismus und Duckmäusertum verharrt. Wohlgemerkt eine Regierung, die eine große Mehrheit der Deutschen inmitten dieses Skandals teilweise wiedergewählt hat.

Fassen wir die Enthüllungen der letzten knapp sieben Monate kurz zusammen (ausführlich nachzulesen in der Chronik der Süddeutschen Zeitung). Wir haben gelernt, dass die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ massenhaft Nutzerdaten von US-amerikanischen Internetunternehmen im Rahmen des Programms „Prism“ anzapfen. Transatlantische Internetkabel, die den globalen Internet- und Telefonverkehr transportieren, werden systematisch und verdachtsunabhängig abgehört. Die Inhalte von Telefonaten, E-Mails, Facebook-Einträgen oder Browserchroniken werden für 30 Tage im Rahmen des Programms „Tempora“ gespeichert. Damit nicht genug werden hochrangige Politiker abgehört im Rahmen eines G20 Gipfels, die Räume der EU-Vertretung in Washington verwanzt, Videokonferenzen der UN-Zentrale angezapft und die Telefone von insgesamt 35 Staats- und Regierungschefs, darunter auch unsere Kanzlerin, abgehört. Auch der BND spielt eine – wenn auch bescheidene – Rolle in dem Drama: auch er liefert Verbindungsdaten an die NSA. Zuletzt wird deutlich, dass die NSA sich auch aktiv und gezielt Zugang zu einer Vielzahl von Computern und Handys verschaffen kann durch den systematischen Einbau von Hintertüren in technische Massenprodukte wie Router, PCs, Firewalls und Smartphones.

Und nun fassen wir die Reaktion unserer Bundesregierung kurz zusammen. Die Amerikaner haben uns versichert, dass auf deutschem Boden deutsches Recht nicht verletzt würde. Das hat unser Regierung bereitwillig geglaubt, obwohl es durch das gezielte Abhören des Handys der Kanzlerin mehr als fragwürdig ist. Das Abhören des globalen Internet- und Telefonverkehrs wurde kleingeredet mit dem Hinweis, dass das Internet ja für uns alle Neuland sei. Anschließend hat dann der ehemalige Kanzleramtsminister Pofalla den Skandal kurzerhand für beendet erklärt. Den Kronzeugen Edward Snowden wollten wir auch lieber nicht nach Deutschland holen und ihm gebührenden Schutz und Asyl gewähren. Wenigstens scheint man sich in den letzten Tagen dazu durchzuringen, einen Untersuchungsausschuss einrichten zu wollen. Hoffentlich mit dem nötigen Mut und die nötige von Hans-Christian Ströbele geforderte Menschlichkeit, Snowden nach Deutschland zu holen wie es auch Gregor Gysi zu Recht empört am 18.11.2013 forderte.

Nicht mehr als eine kleine verstörende Randnotiz ist vor diesem Hintergrund, dass der Vertrag des als sehr kritisch bekannten Datenschutzbeauftragten Peter Schaar nicht verlängert wurde und man lieber mit Andrea Voßhoff eine bekennende Befürworterin der Vorratsdatenspeicherung auf diesen Posten hievte. Was Peter Schaar darüber denkt, kann seither in seinem Blog nachgelesen werden.

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.
Franz Kafka. Der Prozess

Genauso wie Josef K. wird es uns allen demnächst ergehen, wenn wir nichts gegen die Überwachung unternehmen. Die falschen Stichwörter ein paar Mal zu oft auf Facebook oder in E-Mails benutzt, wegen des Referats des Sohnes intensiv über den Islam informiert, mit der Tochter während ihres Rucksack-Trips durch Pakistan mehrmals über Skype telefoniert und schließlich eine größere Menge Dünger für den Garten bei Amazon bestellt. Ihre nächste Amerikareise endet dann vermutlich bei der Immigration oder gleich in Guantanamo auf Kuba. Falls sie nicht schon bei der Abreise abgeführt werden.

They who would give up essential liberty, to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety
Benjamin Franklin

Wir alle tolerieren die flächendeckende Ausspähung in einem Ausmaß, von dem Erich Mielke vermutlich nicht einmal zu träumen wagte. Was uns hier mittels des Schreckgespenstes der Terrorabwehr als notwendig verkauft wird, ist der Anfang vom Ende unserer freiheitlichen Grundordnung. Am Ende werden wir beides verloren haben, unsere Freiheit und unsere Sicherheit. Noch glauben zu viele, dass sie entweder nicht betroffen sind, weil sie das Internet ja nicht oder kaum nutzen, oder weil sie nichts zu verbergen haben. Erstere haben dann aber doch meist einen Internetanschluss oder ein Smartphone. Letztere frage ich dann immer kurz nach ihrem Handy oder Smartphone und werfe einen Blick in ihre Kontakte, SMS oder E-Mails. Wirkt Wunder. Falls jemand tatsächlich kein Handy dabei haben sollte, funktioniert die Frage nach dem Einkommen ähnlich gut. (Piratenwiki)

Selbstverständlich hat jeder etwas zu verbergen. Und das ist gut so. Darum ist genau das auch als Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit ganz am Anfang des Grundgesetzes verankert und wird in Form der Unverletzlichkeit der Wohnung und des Post- und Fernmeldegeheimnisses konkretisiert.

Steht auf!

Für 2014 wünsche ich mir einen breiten Widerstand gegen die Überwachung. Ohne großen Druck aus der Bevölkerung reagiert unsere Regierung nun einmal nicht. Das wissen wir aus der Vergangenheit. Noch leben wir aber in einer Demokratie. Noch geht alle Gewalt vom Volke aus. Noch können wir Unfähigkeit und Trägheit mit demokratischen Mitteln sanktionieren. Noch können wir unsere Meinung frei äußern. Noch.

19 Kommentare

  1. Lieber Marcus,

    Dein Artikel spricht mir sehr aus dem Herzen.

    Ich habe mich in den letzten drei Jahren intensiv darüber informiert, wie unser Politiksystem funktioniert, und das, was ich da sehen muss, zeigt nur, dass wir auf eine neue Form der Diktatur zusteuern. Und das mit richtig schnellen Schritten. Und da ist das Ausspähen der Bürger nur ein kleiner Baustein von. Dazu gehört unser Giralgeldsystem genauso wie der ESM-Vertrag, der uns alle samt unserem angesannekt Eigentum an die Eliten verkaufen wird.

    Wenn wir nicht langsam aus unerer Lethargie herauskommen und verantwortlich mitgestalten wollen (Grundgesetz, ARtiekl 20 (2): Alle Macht geht vom Volke aus … durch Wahlren und Abstimmungen), dann werden wir Orwells 1984 weit hinter uns lassen und in eine Welt kommen, wie sie uns der Film ZARDOZ zeigt:
    https://www.youtube.com/watch?v=fr4T_0X3efc

    Danke für Deine Initiative!
    Martin

    • Marcus Raitner

      Lieber Martin, vielen Dank für Deine Unterstützung! Wenn man das alles in einem größeren Kontext betrachtet, dann ist die Überwachung nur einer von vielen Bausteinen, die zur Demontage unserer freiheitlichen Grundordnung führen werden. Es wird allerhöchste Zeit uns zu wehren. Noch besteht Hoffnung.

  2. Lieber Marcus,

    vielen Dank für Deine Initiative. Seit dem Chaos Communication Congress, der für mich viele Seiten des Themas beleuchtet hat, schwirrt mir der Kopf. Ich habe mir alles in meinem Beitrag von heute (Link unten) von der Seele geschrieben. Zumindest all jenes, was an offenen Fragen da ist. Denn wo ich auch hingreife – es ist so verworren und vielschichtig und komplex.

    Für mich stellt Massenüberwachung ein Misstrauensvotum in die Demokratie dar. Statt Vertrauen ein Übermaß an Kontrolle. Sich mit den gesellschafts-politischen Auswirkungen einer Vorratsdatenspeicherung auseinanderzusetzen, versetzt uns weit zurück in der (Menschheits)Geschichte. Machen wir uns nichts vor, Kleopatra oder Caesar hatten ihre Spitzel. Auch sie nutzten, was -seinerzeit- möglich war.

    Doch wie wir heute minutiös beobachtet werden, widerstrebt all meinen persönlichen Erfahrungen und Freiheitsstreben. Die Interpretation von Daten führt zu -gelinde ausgedrückt- äußerst merkwürdigen Situationen. Dabei müssen die Daten noch nicht einmal echt sein. Identitätsdiebstahl nimmt rapide zu. Wo früher „in dubio pro reo“ galt, stehen wir plötzlich unter Generalverdacht. Permanent und in steigendem Maße sind wir gezwungen, unsere Unschuld nachweisen. Wer unter ständiger Beobachtung steht ist nicht mehr frei. Medienforscherin Miriam Meckel hat es treffend so formuliert: „Die Gedanken sind frei? Nicht mehr, wenn sie ausgelesen, dokumentiert und weiterverbreitet werden können.“

    In meinem Blogbeitrag habe ich die interessantesten Vorträge des 30c3 gebündelt, Arbeitsthesen formuliert und die Fragen notiert, die mich zurzeit umtreiben.

    Mein Wunsch: Stellen wir uns der Herausforderung und diskutieren eine moderne Demokratie. Bleiben wir wachsam und verändern, was in unserem Einflussbereich liegt. So wie wir so oft überschätzen, was wir an einem Tag leisten können – so unterschätzen wir was wir in einem Jahr erreichen können. Zumal, wenn wir uns mit Kopf und Herz und Bauch zusammentun.

    Am 17. und 18. Mai 2014 wird in Stuttgart das PrISMCamp, das Themen-BarCamp zu Informationstechnologie im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft, stattfinden. Ich würde mich freuen, wenn sich viele daran beteiligen und wir Lösungen für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

    Herzliche Grüße,
    Franziska

    Vier Tage Chaos – Ein Ende ist nicht abzusehen #30c3
    http://madiko.com/news-und-presse/detail?newsid=126

    PriSMCamp – Themen-BarCamp zu Informationstechnologie im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft
    http://prismcamp.praktisch-nachhaltig.de

    • Marcus Raitner

      Liebe Franziska, vielen Dank für Deinen Kommentar und für Deine Initiative. Das PriSMCamp klingt recht interessant. Ich habe da nur oft die Befürchtung einer Filterblase. Mir wäre es wichtig, dass wir eine viel breitere Masse an Menschen für unsere Bedenken sensibilisieren. Erst wenn sich breiter Widerstand regt, wird sich etwas ändern.

      • Ich denke, dass sich das Thema schon viral auf den Weg gemacht hat. Wenn Jeder in seinem Bekanntenkreis darüber spricht, dann geht es schnell voran und erreicht auch unsere gewählten Politiker in den Parlamenten.
        In den letzten Jahren war Politik für die meisten von uns etwas Lästiges und haben nicht mehr hingeschaut. Grund:
        „Warum wähle ich denn Politiker? Damit ich mich nicht mehr drum kümmern muss.“
        Und genau davor wurde schon häufig gewarnt:
        „Wer in der Demokratie wegschaut, der erwacht in der Diktatur.“
        Also schauen wir wieder hin. Hier ist noch so ein Hinschauer, der richtig wehtut, aber das sind die Bilder, die es braucht, sich wieder der eigenen Verantwortung zu erinnern:

        • Marcus Raitner

          Danke für die aufrüttelnden Bilder. Ich hoffe, Du hast recht und wir schauen wirklich zunehmend wieder hin und werden uns unserer Verantwortung bewusst. Verantwortung lässt sich übrigens nicht delegieren …

  3. BomBeutel

    Das grundlegende Problem ist doch, dass hier die Demokratie (Volk kontrolliert Regierung) in ihr Gegenteil verkehrt wird (Regierung kontrolliert Volk) und damit ad absurdum geführt wird. Was Snowdon öffentlich gemacht hat, sind doch nur die Symptome, die uns die eigentliche Krankheit verraten. Demokratie funktioniert eben nur, wenn alle, wirklich alle, sie wollen. Demokratie bedeutet alles zu teilen.

    • Wenn ich mir allerdings anschaue, dass auch schon in unserer ersten Demokratie sehr ähnliche Entscheidungen gegen das Volk liefen, so darf man sich fragen, was genau in diesem Konstrukt der Demokratie falsch angelegt wurde.
      Sind womöglich das Zulassen von Parteien schon das Problem? Denn in ihnen bilden sich Machthiearchien aus, deren Mächtige sich mit den Mächtigen der Konzerne verbinden (man könnte das auch Korruption nenne, wenn wir uns anschauen, welche Posten die letzten Abgänger in der Regel anschließend bekleiden.
      Warum wählen wir nicht Unabhängige in die Parlamente?
      Aber auch das wird nicht funktionieren. Bei der Menge an Gesetzen hat doch keiner mehr Zeit, diese zu durchblicken. Was wird also gemacht: durchgewunken. Das Gehalt ist doch sicher …
      Es wird Zeit, mal die Köpfe zusammenstecken zu lassen, wie das denn wohl richtig funtioniern kann, damit das Gemeinwohl wie im Grundgesetz verankert, das Maß aller Dinge wird …

    • Marcus Raitner

      Grundsätzlich stimme ich dem zu, gebe aber zu bedenken, dass die Regierung vom Volk gewählt wurde und damit in gewisser Weise sozusagen das Volk sich selbst kontrolliert und das offensichtlich auch gut findet oder jedenfalls nicht schlemm genug, um aufzubegehren. Ich fürchte, dass vielen Bürgern die Illusion von Sicherheit am Ende doch mehr wert ist als ihre Freiheit.

      • BomBeutel

        Auf meinem Wahlzettel waren eigentlich nur Parteien und Personen, die diese Parteien vertreten, zu finden. Unter diesen konnte ich wählen. Das beeinflusste die Regierungsbildung nur recht wenig. Dem „Volk“ eine „Schwarmintelligenz“ zuzugestehen, ist meines Erachtens auch nur ein Märchen. Das führt allenfalls dazu, dass Extreme weitgehend vermieden werden. Was natürlich nicht ganz zu verachten ist. Teilweise führt es aber auch zu Stillstand. Aber zurück zum Thema. Was hier fehlt ist Respekt! Respekt zeigt Grenzen auf, die grundsätzlich anzuerkennen sind. Respekt steht m.E. jedem Menschen zu. Das wird leider immer wieder „vergessen“, weil es dem Eigeninteresse entgegensteht. Trotzdem müssen wir Respekt gegenüber allen lernen, sonst werden wir untergehen.

        • Marcus Raitner

          Absolut einverstanden: es muss zukünftig um ein menschliches, respektvolles Miteinander gehen anstatt den Konkurrenzdruck noch bis in den letzten Winkel menschlichen Lebens auszubreiten.

  4. Moin,
    ich wünsche mir keinen Widerstand. Das ist mein Staat, der von meinen Steuern finanziert wird. Nach unserem Grundgesetz sind die Bürger der Souverän, der sagt wo es lang geht. In den westlichen NATO-Staaten sehen wir, dass Parlamente und Regierungen mit der Organisation von Geheimdiensten überfordert sind. Dann müssen wir wohl selbst Hand anlegen. Gestalten. Nicht Widerstand leisten. Dazu ein konkreter Vorschlag von mir, wie wir vom Empörungsmodus (den wahrscheinlich keine Sau juckt), in den Arbeitsmodus kommen und uns das Paradies wiederherstellen gegen den erbitterten Widerstand der Schwerstkriminellen in den Geheimdiensten, die in Deutschland Menschen rauben, die in Pakistan Zivilisten ohne Prozess und ohne Kriegserklärung mit Drohnen ermorden (wahrscheinlich mit BND-Hilfe zur Targetmarkierung über Handy), die Waffen nach Syrien liefern, um dort Terroristen die Regierung stürzen zu lassen (rechtswidriger Regiumechange mit Al Quida als Söldner wie schon vorher in Libyen))

    Mein Eindruck ist, dass die Geheimdienste weltweit nach dem Kalten Krieg sich entartet haben. Sie treiben heute mindestens fünf Geschäftszweige:

    1.) Sie spionieren andere Staaten aus, ob sie den eigenen Staat zugrunde richten wollen (das sollte legitim bleiben m.E., also zum Beispiel Nordkorea oder Israel ausspionieren wollen, ob die mit Atomwaffen andere Staaten überfallen wollen.)

    2.) Einsatz von Geheimagenten für Waffenlieferungen an Terroristen für einen völkerrechtswidrigen Regimechange (wie in Libyen, wo englische kriminelle Spione erwischt wurden, oder in Syrien wo Obama über die CIA Waffen an Terroristen liefert wie damals an die Mudschaheddin in Afghanistan gegen die Russen).

    3.) Angeblich Terrorbekämpfung. Da wird spioniert, aber nicht geliefert (siehe 9/11, London, Oslo, Madrid, Boston, München Oktoberfest, …). Verbieten und zur Polizei zurück mit rechtsstaatlichen Methoden.

    4.) Wirtschaftsspionage wie schon in den 1990er Jahren bei Enercon in Ostfriesland durch CIA und NAS (siehe Ulfkotte).

    5.) anlasslose Massenüberwachung der gesamten Weltbevölkerung.

    Mein Vorschlag ist der, dass wir die Spionage global regeln müssen wie mit Genfer Konventionen, WTO oder WIPO andere Bereiche global geregelt werden. 2.-5. müssen verboten und mit Gefängnisstrafe vom IStGH geahndet werden. Wer den IStGH nicht anerkennen will, wird boykottiert. Boykotts haben bei Iran und Syrien neulich gut gewirkt.

    Die Dramaqueen Schaar war eine Lachnummer. Der hat uns nicht mal vor dem BKA-Trojaner geschützt, für den es keine Rechtsgrundlage gabe, also nach BDSG Handlungsbedarf bestand. Die Erkenntnisse des CCC hat er unter Geheimschutz (VS/NfD)gestellt. Wir werden Politiker vor uns hertreiben müssen, die leifern können, nicht Vollzugsbeamte wie Schaar oder gar Weichert, der wegen seinen Irritationen nun selbst Bußgelder kassiert. Wir werden bei der UN anfangen müssen, da die EU auch durch Dramaqueens blockiert wird, wo nicht mal die wichtigsten Stakeholder neben dem Parlament ins Boot geholt werden wie der Rat. Ich habe keine Aktien bei der FDP, aber Gerhard Baum hatte in der FAZ die UN als richtigen Ansprechpartner benannt. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat leider die UN-Aktivitäten nicht direkt osndern durch die EU angeangen, wo es versackt ist. Wir brauchen auch die US-Bürger im Boot, die genau so entsetzt sind, über dieses 1984++ wie wir.

    Also: raus aus der Empörung und Ideen entwickeln! Empörung neriert keinen tragfähigen Business Case ;-)

    • Guter Ansatz. Und genau, Widerstand hat nur Energie verbraucht.
      Aber: wie umsetzen, wenn unsere gewählten Vertreter entweder selbst nicht aktiv werden oder nicht werden dürfen, weil sie genauso gesteuert sind (nicht vom Volk) wie ihre Parteiführer?

    • Marcus Raitner

      Klasse! Vielen Dank für Deinen Kommentar. Genauso wollte ich Widerstand auch verstanden wissen, nämlich als ein Antreiben der von uns demokratisch gewählten Volksvertreter in unserem Sinne wie ihn Du skizzierst. Dazu brauchen wir meiner Meinung nach aber erst Mal eine Empörung auf breiter Basis und die sehe ich noch nicht. Aus welchem Grund auch immer verharrt die Mehrheit in einer Schockstarre oder doch nur in Lethargie. Irgendwie gelingt es uns, denen diese Themen ein Anliegen sind, nicht genügend viele Menschen für dieses Anliegen zu mobilisieren. Das finde ich fast noch gefährlicher als die Mutlosigkeit unserer Regierung. Das hat nichts mehr von Souverän, das ist dann nur noch Stimmvieh.

      • Die breit Masse lässt sich nicht bewegen. Leider finde ich den Artikel nicht, der die Ergebnisse neuester Gehirnforschung bespricht. ca. 80% der Menschen fahren die Aktivitäten des Frontallappens nach unten, wenn Infromationen kommen, dass den Wohlfühlfaktor stören. Sie können Wahrheiten, die anders als ihre Programmierung sind, nicht aufnehmen. Auf der Suche nach dem Artikel fand ich gerade diesen Artikel, der deutlich macht, wie unser Fernsehen seinen Teil dazusteuert, die anderen Wahrheiten zu verbreiten:
        http://pravdatvcom.wordpress.com/2013/01/31/massen-hypnose-durch-kino-und-fernsehen-video/
        Aber es gäbe Hoffnung. Ca. 10% der Menschen seien Macher. Der Rest folgt. Es kommt also darauf an, dass das Gleichgewicht hier zwischen den 5% Mitläufern und den 5% Gegenläufern zu Gunsten letzterer zu verschieben. Das sollte in nicht allzuweitere Zukunft machbar sein …

      • Nun, was haben wir? Wie haben eine ganze Latte von Geheimdiensten, die Bürger beobachten, Dossiers anlegen, keinen gesetzlichen Auftrag zur Totalüberwachung haben, brutal Morde begehen (BND, NSA, CIA in Pakistan z.B.). Mein Eindruck ist der, dass in einer solchen Situation Bürger nicht vor Empörung auf die Straße hüpfen udn sich wie in Hambrug bei Rotgrün von Vermummten Polizisten mit Stöcken verprgeln lassen oder sich wie in Stuttagrt von Wasserwerfern die Augen ausschiessen lassen wollen.

        Mein Großonkel wurde als katholischer Pfarrer von Nazi-Getreuen bei der Gestapo verpfiffen, weil er auf der Kanzel gegen die Nazis wetterte, anders als sein Boss in Rom, der Pacelli, der mit den Nazis lustig Veträge machte und schweigend zusah, wie Juden nach Auschwitz transportiert wurden. Mein Großonkel musste für mehrere Jahre ins KZ Dachau.

        Viele meiner Kollegen hier in Berlin haben unter der Stasi in der DDR gelitten. Sie waren entsetzt, als sie in der Stasiunterlagenbehörden ihre Akten eingesehen haben und lasen, wer sie denunziert hat. Bei der Stasi musste wie bei der Gestapo erst das ganze System zusammenbrechen, bevor der Irrsinn aufhörte.

        Nun haben sich erneut auf deutschem Boden Geheimdienste ausgebreitet, die Menschen entführen, Menschen in Pakistan töten, in Syrien Krieg anzetteln und Terroristen bewaffen, alle Bundesbürger elektronisch belauschen, Dossiers anfertigen, als Cyberterroisten in fremde Anlagen dringen, auch mit der Absicht, technische Atom-Anlagen zu zerstören (Stuxnet in Iran), niemandem Rechenschaft geben und Politiker verarschen und den Bürger plündern. Das sind Arschlöcher, die auch Atomkraftwerke/-anlagen bombardieren (Irak, Syrien).

        Da reicht Empörung nicht. Man muss erst eine Idee haben, wie man sie zur Vernunft bringen will. Da ist permanente Öffentlichkeit wichtig, da ist wichtig, dass man auch die CDU für den Rechtsstaat begeistert (und nicht Menschenräuber einfach laufen lässt, wie Wolfgang Schäuble die CIA-Terroristen, die in Italien (!) vor Gericht verurteilt wurden).

        Wenn man eine tragfähige Idee hat, kann man sie ventilieren, distributieren, diskutieren, verbessern. Ob agil oder klassisch :-) Ghandi, Martin Luther King, der Terrorist Nelson Mandela und viele andere auch waren mit der Strategie des Wortes, der Überzeugung erfolgreich.

        Heute bauen wir keine Atombunker mehr, sondern reden über atomare Abrüstung. Wir werden irgendwann dann auch nicht mehr über Verschlüsselung sondern über Abrüstung bei den Cyberterroristen der Geheimdienste reden.

        Das sind dicke Bretter. Aber wir werden das schon hinbekommen. Shcließlich sind wir auch die anderen Schweine losgeworden von den Nazis und der SED. Unsere Animal-Farm soll schöner werden ;-)

        • Marcus Raitner

          Dem kann ich viel abgewinnen. Wir brauchen also erst eine tragfähige Vision der Welt jenseits massenhafter Überwachung, genauso wie wir eine Welt jenseits der Rassentrennung in den USA oder Südafrika brauchten oder eine Welt jenseits der atomaren Bedrohung in den Hochzeiten des kalten Krieges.

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