Wenn Du am Ende der Vorstellung schwitzt, hast Du etwas falsch gemacht.“

Ein Orches­ter zu diri­gie­ren ist eine ganz spe­zi­el­le Füh­rungs­auf­ga­be: per­fek­te Har­mo­nie in einem gro­ßen Team und das ohne ein Wort zu reden. Da lohnt es sich den bes­ten auf die Fin­ger zu schau­en: Itay Talgam erläu­tert in sei­nem sehens­wer­ten Vor­trag Füh­rungs­sti­le anhand von sechs gro­ßen Diri­gen­ten des 20ten Jahrhunderts.

Die gezeig­ten Füh­rungs­sti­le könn­ten unter­schied­li­cher nicht sein. Auf der einen Sei­te ein Ric­car­do Muti, der mehr befiehlt als diri­giert. Itay Talgam beschreibt die­sen Stil so:

It’s Mozart as I say it.

Auf der ande­ren Sei­te ein Her­bert von Kara­jan, der meis­tens die Augen geschlos­sen hält und des­sen Hän­de wenig aus­sa­ge­kräf­ti­ge Bewe­gun­gen voll­füh­ren. Kara­jan selbst beschreibt sei­ne Phi­lo­so­phie so:

Den größ­ten Scha­den, den ich dem Orches­ter zufü­gen könn­te, wäre es kla­re Anwei­sun­gen zu geben, denn es wür­de ver­hin­dern, dass sie ein­an­der zuhören.

Dem kann ich nur zustim­men: mehr Füh­rung im Sin­ne von Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen und Teams for­men und weni­ger hel­den­haf­tes ope­ra­ti­ves Manage­ment. Dann wird es für alle Betei­lig­ten ange­neh­mer und stress­frei­er. Das ers­te der zehn Gebo­te für Diri­gen­ten von Richard Strauß gilt für alle Führungskräfte:

Wenn Du am Ende der Vor­stel­lung schwitzt, hast Du etwas falsch gemacht.

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2 Kommentare

felix.k 20. Juni 2011 Antworten

Abge­se­hen davon, dass es das zwei­te Gebot bei Strauss zu sein scheint [vgl. http://www.ehow.com/info_8157607_ten-commandments-conducting.html%5D wird die­se sinn­vol­le Regel lei­der nur zu oft dafür mis­braucht, sich NIE die Hän­de schmut­zig zu machen… ;-)
(Man beach­te auch das ers­te Gebot von Strauss am ange­ge­ben Ort, das alle Unter­neh­me­rIn­nen und Für­hungs­kräf­te nicht ver­ges­sen soll­ten: „Remem­ber that you are making music not to amu­se yourself, but to delight your audi­ence.“) herz­li­chen Gruß, felix.k

Marcus Raitner 21. Juni 2011 Antworten

Hal­lo felix.k,

herz­li­chen Dank für Dei­nen Kom­men­tar und ins­be­son­de­re den Hin­weis auf die ers­te Regel, die mir sehr gut gefällt, weil sie das eige­ne Tun und das des Orches­ters dem Nut­zen des Kun­den unterordnet. 

Gruß,
Marcus

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