Teamentstehung braucht Zeit

Teams ent­ste­hen nicht, indem jedem Mit­glied eine Rol­le zuge­wie­sen wird. Die Rol­len zu beset­zen bedeu­tet nur, dass nun jeder sein Instru­ment kennt. Und mit viel Glück passt die­se Beset­zung tat­säch­lich zu den jewei­li­gen Fähig­kei­ten der Mit­ar­bei­ter. Die Beset­zung eines Orches­ters führt aber nicht auto­ma­tisch zu Wohl­klang. Die eigent­li­che Arbeit beginnt erst nach der Beset­zung. Erst durch Übung zeigt sich, ob das Gan­ze mehr ist als die Sum­me sei­ner Tei­le – oder doch nur Chaos.

Ent­schei­dend ist also nicht die Beset­zung der Rol­len, son­dern das Ein­üben des Mit­ein­an­ders. Nicht allein die Fähig­kei­ten der ein­zel­nen Men­schen an ihren Instru­men­ten, son­dern das Mit­ein­an­der macht den Unter­schied zwi­schen Wohl­klang und Dis­so­nanz, zwi­schen Erfolg und Schei­tern, zwi­schen Freu­de und Frust. Was für ein Orches­ter abso­lut akzep­tiert ist, näm­lich das gemein­sa­me Üben, wird in (IT-)Projekten oft sträf­lich ver­nach­läs­sigt. Das Ergeb­nis ist aber das glei­che wie bei einem nicht ein­ge­spiel­ten Orches­ter: schlech­te Qua­li­tät und schlech­te Stimmung.

War­um fällt es also so schwer zu akzep­tie­ren, dass ein Zusam­men­wach­sen zwar Zeit braucht, aber sich lang­fris­tig aus­zahlt? War­um erwar­ten so vie­le unmit­tel­bar nach Zusam­men­stel­lung des Teams schon Höchst­leis­tun­gen? Oft sind Ter­min­druck und Kos­ten­druck die Ursa­chen. Der Zeit­plan ist (mal wie­der) so eng, dass unver­züg­lich los­ge­legt wer­den muss. Und Üben ist im Bud­get sowie­so nicht vor­ge­se­hen. Abra­ham Lin­coln soll dazu mal gesagt haben:

Wenn ich 5 Stun­den Zeit hät­te, einen Baum zu fäl­len, wür­de ich erst ein­mal 3 Stun­den lang die Säge schärfen.

Um in die­ser Situa­ti­on stand­haft zu blei­ben und den Druck aus­zu­hal­ten, braucht es viel Erfah­rung und Stand­haf­tig­keit. Ein exter­ner Pro­jekt­coach kann dabei als Spar­rings­part­ner und Argu­men­ta­ti­ons­hil­fe sehr nütz­lich sein.[1. vgl. Die graue Emi­nenz]

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Von Marcus Raitner

Hi, ich bin Marcus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Elefanten tanzen können. Daher begleite ich Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Agilität. Über die Themen Führung, Digitalisierung, Neue Arbeit, Agilität und vieles mehr schreibe ich seit 2010 in diesem Blog. Mehr über mich.

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