Drei todsichere Wege, um jede Innovation im Keim zu ersticken

Ideen gibt es viele. Und wer Visionen hat, sollte besser zum Arzt gehen, das sagte schon Helmut Schmidt. Das wichtigste ist doch, dass der Laden effizient läuft und da stören wilde Ideen nur. Sollten sie dennoch durch Ihre Organisation geistern, hier drei todsichere Wege, um jede Innovation im Keim zu ersticken.  

You have to be run by ideas, not by hierarchy.

Steve Jobs

Zuständigkeit prüfen

Prüfen Sie bei jeder neuen Idee als allererstes, ob derjenige der sie vorbringt überhaupt dazu beauftragt und befugt ist. Oder ob er sich einfach in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen und für die er gar nicht qualifiziert ist. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder einfach wild Ideen einbringt und die eigentliche Arbeit stört!

Sollte sich die Idee trotz des Makels, dass sie jemand ohne Auftrag hatte wider Erwarten als brauchbar entpuppen, prüfen Sie bitte als nächstes dann umfassend, wer wirklich für diese Idee und ihre Umsetzung zuständig ist. Ordnung muss sein! Nur sauber in der Organisation verankerte Ideen überhaupt eine Chance. Bei dieser Prüfung hilft Ihnen der nächste Punkt ganz enorm.

Mit allen abstimmen

A camel is a horse designed by a committee.

Zu jeder guten Idee gibt es in großen Organisationen immer dutzende Stellen, die theoretisch oder praktisch davon betroffen sind und mit denen diese Idee abzustimmen ist. Schauen Sie unbedingt, wo jemand anderes schon etwas entfernt ähnliches macht oder vorhat. Generalisieren Sie die Idee unbedingt schon in diesem frühen Stadium! Machen Sie eine umfassende Analyse aller Anspruchsberechtigten. Und vergessen Sie dabei keinesfalls die betroffenen Gremien. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie keine geeigneten Gremien finden, gründen Sie einfach eines für die weitere Umsetzung dieser Idee. Machen Sie dieses Gremium möglichst groß: Nur richtig große Gremien sind gute Gremien!

You know how many committees we have at Apple? Zero. We’re organized like a startup. We’re the biggest start up on the planet.

Steve Jobs

Natürlich wird die anfangs radikale Idee in diesem Prozess der Abstimmung ein wenig zurecht geschliffen. Lassen Sie sich keinesfalls einreden, dass das ein Fehler wäre. Im Gegenteil, streben sie nach Konsens mit allen Betroffenen. Nur so kann der Rückhalt in der Organisation gesichert werden. Und dieser Rückhalt ist doch das allerwichtigste!

Planen, planen und nochmal planen

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.

Bertolt Brecht, Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens

Jetzt wo Sie alle abgeholt haben und Konsens über die mittlerweile auf das rechte (Mittel-)Maß zurechtgestutzte Idee mit allen Anspruchsberechtigten haben, brauchen Sie als nächstes unbedingt einen Plan. Nicht irgendeinen Plan, sondern einen richtigen, detaillierten, fundierten und natürlich abgestimmten Plan. Schließlich sind wir Profis und nicht irgendeine Bastelbude!

Und planen Sie bis zum Ende und besser noch darüber hinaus. Machen Sie detaillierte Business-Cases zur Entscheidung. Verfallen Sie bloß nicht auch auf diese neumodische Agilität und legen einfach los. Sie wollen sich doch nicht vor der Organisation bloßstellen durch ihr agiles Ausprobieren mit dem Sie sich von Misserfolg zu Misserfolg hangeln? Profis planen richtig!  

Das Manifest für menschliche Führung als Taschenbuch

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Was auch noch sehr hilfreich ist, jegliche Begeisterung und Innovation im Keim zu ersticken: einfach lange nicht auf den Vorschlag reagieren. Der oder die Ideenbringer/in wird dann schon mürbe werden. Und falls nicht, dann hilft das Argument, die Umsetzung darf nix kosten!

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